
(R)evolution
Kaffee ist unser Lieblingsgetränk. Jährlich genießen wir im Durchschnitt 151 Liter des feinen, aromatischen Getränks pro Kopf. Damit sind wir, was den Kaffeekonsum betrifft, nahezu unübertroffen: In kaum einem Land der Welt wird mehr Kaffee getrunken als in Deutschland. Wir lieben sein feines Aroma, schätzen seine belebende Wirkung. Wir glauben auch, eine Menge über unser Lieblingsgetränk zu wissen. Doch die abenteuerliche Geschichte, in deren Verlauf Kaffee nach Erdöl zum wichtigsten, weltweit gehandelten Rohstoff wurde, ist nahezu unbekannt.
Evolution vom unbekannten Strauch zum weltweiten Genussgetränk
Liebe und Leidenschaft revolutionieren die Kaffeewelt
Espresso e Progresso – der brasilianische Weg der Genusskultur
Espresso e Progresso – der brasilianische Weg der Genusskultur
Heute ist Brasilien mit knapp einem Drittel der gesamten Produktion weltweit größter Kaffeeproduzent und -exporteur. Dabei ist Kaffee in Brasilien nicht nur für die Lebensqualität vieler Familien von großer Bedeutung, sondern hat sich als fester Bestandteil der dortigen Genusskultur und Lebensart etablieren können. Auch bei der Veredlung haben die Brasilianer einen landestypischen Weg eingeschlagen. Anders als die Italiener rösten sie ihre Kaffees schonend und mitteldunkel. Dennoch trinkt man seinen Kaffee in Brasilien mittlerweile bevorzugt als Espresso und das zu jeder Gelegenheit: Padarias (bras. Bäckereien), die bei einem Espresso zu einer kurzen Plauderei einladen, gibt es an jeder Ecke.
In Brasilien gehören Kaffee und Kommunikation einfach zusammen: Man geht in die Cafébar, um Freunde zu treffen oder das nächste Surf-Wochenende am nahe gelegenen Strand zu planen. In diesen Cafés liest man aber auch seine Zeitung, erholt sich vom Shoppen oder genießt eine Sorte der aktuellen Kaffee-Ernte, die man bisher noch nicht probiert hat. Obwohl der „Kaffee zwischendurch“ aus dem brasilianischen Alltag nicht wegzudenken ist, ist die Gunst der Espressoliebhaber heiß umkämpft: Nur die Cafébars überleben, die ihren verwöhnten Kunden eine ganz besondere Qualität anbieten können. Mindestens einen Kaffee aus Sul de Minas im Angebot zu haben, ist dabei Pflicht. Den letzten Espresso des Tages gönnt man sich in Brasilien übrigens gern kurz vor dem Schlafen gehen. Auch Kinder und sogar die ganz Kleinen dürfen hier das belebende Getränk aus feinsten Hochland-Arabicas genießen – dann aber mit einer ordentlichen Portion Milch.
